Weinpoesie – Unbeschreibliches beschreiben
Liebe Weinfreunde
„In der Nase kommt mir das Bild einer schlafenden Katze, sanft und kuschelweich, zum Schnurren ebenso bereit wie zum Krallenausfahren und Fauchen. Schon sehr spezielle Nase.
Am Gaumen fängt die Miez dann doch an zu schnurren.“
Thorsten Hammer
Dieser Weinbeschrieb ist Ihnen wahrscheinlich zu üppig, zu schwülstig. Aber er zeigt doch die Leidenschaft des Verkosters. „Er schmeckt mir“ oder „das ist nicht mein Wein“ kann ausreichen, um einen Wein zu beschreiben. Wein verkosten ist eine emotionale, sinnliche Sache, der man sich voll und ganz hingeben kann. Da jeder Mensch eine andere Sensibilität und eine individuelle Wahrnehmung hat, die mit Erinnerungen verknüpft ist, riecht und schmeckt jeder auch anders. Wir können uns also nicht blamieren. Aus den uns bekannten Aromen von Früchten, Pflanzen oder Gewürzen stellen wir unsere Weinsprache zusammen. Vielleicht entdecken Sie an unserem Fest einen lebhaften, erfrischenden Riesling-Sylvaner kräftig und saftig mit feinen Düften nach Äpfeln, Zitrone und Muskat. Getrauen Sie sich und versuchen Sie das sinnliche Erlebnis des Weingenusses in Worte zu fassen. Diese dürfen ruhig leidenschaftlich, witzig und unterhaltend sein.
Liebe Festbesucher, für angeregten Gesprächsstoff am Rebblüetefäscht haben wir Winzer mit unseren Weinen gesorgt. Wir freuen uns auf spannende Weingespräche mit Ihnen.
OK-Präsident
Hans-Heinrich Haug